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Historische Übersicht Schleswig-Süderbrarup

Der Ursprung der späteren Schleswiger Kreisbahn war eine Stichstrecke zur Anbindung Schleswigs an die Rendsburg-Husumer Eisenbahn in Klosterkrug bzw. mit Verlegung der Nord-Süd-Bahn von Schleswig Friedrichsberg (Staatsbahnhof Hamburg-Flensburg) zur Schleswiger Altstadt (Bahnhof Schleswig-Altstadt). Der Altstadt Bahnhof befindet sich im Zentrum Schleswigs am ZOB nahe dem Dom und ist heute ein Hotel gleichen Namens.

Die Bahnstrecke von Schleswig-Altstadt nach Süderbrarup wurde von der Schleswig-Angeln Eisenbahn in einfachster Bauweise - aber in Normalspur - errichtet und am 15.05.1883 eröffnet. In Süderbrarup wurden im Bahnhofsbereich eigene Gleise parallel und mit Übergang zur Kiel-Flensburger Eisenbahn eingerichtet. 1901 kaufte der Kreis Schleswig die Schleswig-Angeln Eisenbahn, die seitdem Schleswiger Kreisbahn hiess. Einige Jahre später wurde diese Bahnstrecke von Süderbrarup aus in einer langen S-Kurve bis nach Kappeln verlängert und am 22.12.1904 eröffnet. Der Streckenverlauf lässt vermuten, dass der Bau nicht nur dem Anschluss von Kappeln an das Bahnnetz dienen sollte sondern auch eine Erschliessungsfunktion für den nördlichen Raum des damaligen Kreises Schleswig hatte. Die Bahnstrecke endete wie heute am Hafen in Kappeln, wo einst auch die meterspurigen Bahnstrecken von Kappeln nach Flensburg und von Kappeln nach Eckernförde endeten. Die Schleswig Angeln Bahn war für eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h ausgelegt.

Alle Bahnstrecken der Schleswiger Kreisbahn waren - mit Ausnahme des Stadtbereiches Schleswig - in einfacher Kiesbettung ausgeführt. Da es sich jedoch ausnahmslos um Normalspurstrecken handelte war ein übergangsloser Güterverkehr mit dem deutschen Eisenbahnnetz möglich. 1934 erfolgte die Zusammenführung zu den VKS (Verkehrsbetriebe des Kreises Schleswig). Die VKS setzten ab den 50'er Jahren sowohl eigene MAK Dieselloks für den Güterverkehr wie auch Dieseltriebwagen für den Personenverkehr ein. Diese verkehrten auch auf der Relation Schleswig Kappeln Süderbrarup. Der Güterverkehr konzentrierte sich auf wenige Grosskunden (Zuckerfabrik in Schleswig, Militär in Jagel und Kropp) sowie auf landwirtschaftliche Güter. Der Personenverkehr war die Grundlage für die Anbindung des auch früher flächenmässig sehr grossen Landkreises Schleswig an seine Kreisstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die VKS stellten den Personenverkehr jedoch schrittweise ein. Dieser war immer schon recht bescheiden (Schleswig-Süderbrarup 4 Zugpaare täglich, Süderbrarup-Kappeln 5 Zugpaare täglich) und teilweise auch durch Busparallelbetrieb geschwächt. Zwischen Süderbrarup und Kappeln wurde der Personenverkehr bereits 1965, zwischen Schleswig-Altstadt und Süderbrarup am 27.05.1972 vollständig eingestellt. Die Bahnstrecke Schleswig-Süderbrarup wurde zunächst noch für gelegentliche Güterbediengungen und für Überführungen genutzt, seit Abgabe der Güterbedienung von Kappeln an die DB (auf der Strecke der VKSF, im Gegenzug führte die VKSF die Güterbedienung von Schleswig bis Jübek auf DB-Gleisen durch) jedoch mit Ausnahme des Anschlusses der Schleswiger Zuckerfabrik nicht mehr genutzt. Die Bahnstrecke Schleswig-Süderbrarup wurde Anfang der 80'er Jahre abgebaut und zu einem Wanderweg umgebaut. Den heutigen Namen VKSF erhielt die Kreisbahn als Folge der Gebietsreform und der Zusammenlegung der bis dahin zwei Landkreise 'Kreis Schleswig' und 'Landkreis Flensburg' zum 'Kreis Schleswig-Flensburg'.

Die Reststrecke von Süderbrarup nach Kappeln hatte (bescheidenes, aber regelmässiges) Güterverkehrsaufkommen durch zwei Kunden (Milchwerk und Raiffeisen) am Kappelner Hafen. Später wurde diese VKSF Bahnstrecke auch zur Heimat der Flensburger Freunde des Schienenverkehrs, welche in Kappeln ihre historische Museumsbahn mit vor allem skandinavischem Lok- und Wagenmaterial stationiert haben. Zwischen Kappeln und Süderbrarup fanden seit den 80'er Jahren regelmässige Museumsbahnfahrten statt. Anfang der 80'er Jahre wurden an der Bahnstrecke Ertüchtigungsarbeiten vorgenommen, wobei die Bahnstrecke teilweise eingeschottert wurde. Über ihre Betriebsführungsgesellschaft Angeln Bahn GmbH führte die Museumsbahn in Kooperation mit der NVAG auch die Güterbedienung des Cremilk Milchwerkes in Kappeln fort, nachdem sich die DB von der Güterbedienung in der gesamten Region am 1.1.2002 nahezu vollständig zurückgezogen hatte. Das Cremilk-Werk (Nestle) hatte selbst konsequent auf die Bahn gesetzt und wickelte bald 70-80% seiner Transport per Bahn ab (2001 immerhin fast 1000 Waggons).


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