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RB HH-Parchim-KAROW-Meyenburg-Neustadt-Wittenberge-Salzwedel
Nachdem hier schon mehrfach über den Bahnknoten Karow geschrieben
wurde und die Prignitzer Eisenbahn bis zum 8.8.04 am Wochenende
nicht bestellten Verkehr zwischen Karow und Meyenburg anbietet war
(auch als Flucht vor dem Wetter..) einmal eine SWT-Tour dahin
angesagt. Die Tour ging über Hamburg nach Hagenow, von dort mit der
ODEG über Ludwigslust über die Strecke Richtung Neustrelitz (via
Parchim nach Karow). Von Karow aus dann weiter mit dem Ausflugsverkehr
der PEG über Meyenburg nach Neustadt (Dosse). Dann wieder
in nördlicher Richtung nach Wittenberge. Von Wittenberge aus nach
Salzwedel. Und von Salzwedel über Uelzen und Hamburg zurück.
Uebrigens: Alle Züge waren pünktlich - mit einer Ausnahme, alle
Züge von Hamburg Hbf nach Norden (KI/FL/Westerland) verkehrten wg.
Bauarbeiten bei HH-Sternschanze über Altona.
Die Fahrt beginnt gewohnt ereignislos mit RE11207 nach Hamburg Hbf,
wobei der morgendliche Kaffeeservice der RBSH gerne in Anspruch
genommen wurde. Bei Ankunft in HH-Hbf die übliche Lautsprecherdurchsage,
allerdings verabschiedet sich hier nicht nur das EVU
von seinen Fahrgästen, sondern 'EVU + Kaffeeservice' verabschieden
sich - irgendwie passend & nett..
Von HH-Hbf aus ging es dann weiter mit RE33007 (HH-Rostock) über
die Strecke Hamburg-Berlin bis nach Hagenow-Land. Der Zug besteht
aus angenehmen DoStos (sehr laufruhig, die Strecke wurde allerdings
auch grundsaniert) und ist voll bis unter die Dachluke (vermutlich
der samstägliche SWT-Transporter nach Mecklenburg irgendwo an die
Ostsee.
In Hagenow-Land dann Umstieg in den ODE81809 - über Ludwigslust
weiter via Parchim und Karow nach Neustrelitz. Der Zug der Ostdeutschen
Eisenbahn GmbH (ODEG) ist ein Stadler VT650 in grün weiss
gelber Lackierung. Laut der Webseite der ODEG befinden sich die
Stadler-VTs alle im Eigentum der PEG bzw. der HHA. Das war die erste
Fahrt mit so einem Triebwagen, und ich war angenehm überrascht.
Vor allem der Sitzkomfort (sind das Bussitze !?) hebt sich positiv
von dem ab, was Fahrgästen heutzutage in modernen Fahrzeugen zu
zugemutet wird; man sitzt wirklich beqüm. Die Zahl der Sitzplätze
ist verglichen mit LINT, TalEnten und dgl. natürlich geringer, Plätze
für Fahrräder&Stehgäste sind aber genügend vorhanden. Grösse,
Ausstattung und Interieur vermitteln den Eindruck eines richtigen
Schienen-Busses - nur halt mit Klo und auf _richtigen_ Rädern..
Einzig negativ fiel nur die Laufruhe auf, am Fahrgestell wurde
wohl gespart. Auffällig war dieses vor allem auf dem ersten Stück
von Hagenow-Land nach Ludwigslust, der DoSto auf der gleichen
Strecke vorher fuhr doch erheblich ruhiger. Interessant auch ein
kleines Detail: In den Zügen der ODEG hingen die örtlichen Tageszeitungen aus.
Ab Ludwigslust ging es dann immer ostwärts. Aufgefallen sind die
überall für die kleinen Orte grossen Bahnanlagen. Egal ob in den
Bahnhöfen, oder als Verladegleise, auch wenn heute fast überall
offenbar nicht mehr in Benutzung erscheinen die Bahnanlagen dort
immer ziemlich überdimensioniert. Später sind Panzerrampen und
Reste von frührem militärischem Bahnverkehr zu sehen, das ist
aber vermutlich nicht der einzige Grund. War in der DDR der Bahnverkehr
auch in der Provinz so umfangreich ? Die Strecke von
Ludwigslust nach Neustrelitz ist bis Karow zwar teilmodernisiert,
trotzdem gibt es an mehreren Stellen (sogar jeweils 2) Stellwerke
an kleinen Bahnhöfen, die andernorts einfache Haltestellen wären.
So bestehen zwar mehrmals Kreuzungsmöglichkeiten, allerdings wird
der Personalkostenaufwand nicht unerheblich sein. Zwischen Ludwigslust
und Parchim fuhr insgesamt nicht mehr als ein Dutzend Fahrgäste
mit, genau so viel Personal dürfte unterwegs für den
Fahrbetrieb beschäftigt worden sein.
In Parchim endet ODE81809 und wir müssen eine halbe Stunde auf
ODE81811 warten - welcher ebenfalls aus Ludwigslust kommt, aber
unterwegs noch zwei Haltepunkte mehr bedient; für den Aussenstehenden
eine eigenartige Betriebsführung, aber immerhin besteht
so direkter Anschluss von Hamburg nach Parchim. In Parchim kreuzt
dann die Regionalbahn von/nach Schwerin und die ODEG von/nach
Ludwigslust/Neustrelitz. Ein kurzer Abstecher in Richtung Zentrum
von Parchim zwecks Kaffeeaufnahme wurde ergebnislos abgebrochen.
Ausser etlichen Vermietungsangeboten leerstehender Immobilien
und diversen Weiterbildungseinrichtungen fand sich nichts, auch
einen Teil des Bahnhofs kann man übrigens mieten - als Gaststätte
oder Büroraum steht auf dem Plakat von DB-Immo. Aber vermutlich
hatten wir einfach zu wenig Zeit um bis in den eigentlichen
Ortskern vorzudringen (wenn es ihn denn gibt, der Beschilderung nach
hätten wir ihn schon erreicht haben müssen).
Parchim:
Mit ODE81811 ging es dann weiter in Richtung Osten nach Neustrelitz.
Oestlich von Parchim ist die Landschaft allmählich ein wenig
interessanter als zuvor - also nicht nur leere Ost-Landschaft auf flachem
Grund - sondern mehr Geestcharakter mit Ansätzen von Hügellandschaften.
Die ganze Gegend macht einen ziemlich leeren Eindruck,
es gibt immer wieder riesige Landwirtschaftsflächen und nur ganz
gelegentlich kleine Hausansammlungen. Vor allem das fehlen der im
Westen üblichen einzelnen Bauernhöfe usw. verstärkt diesen
Eindruck noch, wobei die Ecke wohl tatsächlich auch sehr dünn
besiedelt ist. Hinter Parchim geht es dann statt wie vorher mit max.
80km/h nur noch mit 60km/h weiter. Neben zwei aufgelassenen
Bahnhöfen/Haltestellen (eine bestand tatsächlich nur aus zwei
Bahngebäuden und sonst rein gar nichts, soweit man gucken konnte)
werden Lübz, Passow und Gallin passiert. Auch hier ist Personal
zu sehen. Möglich, dass dieser personalintensive Betrieb mit ein
Grund für die relativ hohen sog. Regionalfaktoren von DB-Netz
für diese Strecken ist.
Und dann endlich - Einfahrt in Karow. Wow, was für Bahnanlagen..
Heute fährt nur noch die o.g. ODEG zwischen Ludwigslust und Neu-
strelitz über Karow (und unsere WE-Sonderfahrt mit der PEG). Auf
der Umgebungskarte sind allerdings sechs abgehende Gleisstrecken
zu sehen: Neben (Ludwigslust/Schwerin)-Parchim<->Neustrelitz eine
südliche Strecke nach Meyenburg/Pritzwalk sowie die stillgelegte
nordwestliche Bahnstrecke über Sternberg nach Wismar und eine
nördliche Strecke nach Priemerburg/Rostock. Auf der stillgelegten
Strecke nach Sternberg wird ein Draisinenverkehr angeboten, vom Bf
Karow aus soll dieser laut Aushang etwa 2km entfernt sein - unter
http://www.draisine-mecklenburg.de/ gibt es mehr Informationen.
Karow hat alles, was einen Bahnhof ausmacht: Zwei (besetzte, wozu
eigentlich noch !?) Stellwerke, einen Wasserkran für die Dampflok
(vermutlich ausser Betrieb), zwei Wassertürme (oder ist es
nur einer und das andere ein Turm?) zwei gross dimensionierte
Bahnsteige mit vier Gleisen (+ Abfertigungsraum auf dem Bahnsteig),
gezählte 9 Güter/Rangiergleise (tw. noch angeschlossen, tw.
gesperrt), eine Ueberführung der Gleise (gesperrt, da heute nur
noch ein Bahnsteig genutzt ist), ausserdem noch das alte Bahnhofsgebäude.
Heute steht dieses wohl vollständig leer und vermittelt
einen ziemlich abschreckenden Eindruck von Bahnanlagenruine. Einige
der vom Bahnhof aus sichtbaren Häuser scheinen auch leerzustehen,
was das geisterhafte dieser Bahnanlage noch unterstreicht. Das einzige
Fahrzeug auf dem gesamten Bahngelände ist ein verrottender Waggon,
der vermutlich einmal als Personalunterkunft gedient hat. Alle Gleise
verfügen aber noch über offenbar aktive Flügelsignale. Wozu um
alles in der Welt eigentlich diese überdimensionierten Bahnanlagen
in Karow ? Würde man alle Einwohner von Karow allein auf die beiden
weder kurzen noch kleinen Bahnsteige setzen, wäre vermutlich immer
noch reichlich Platz - laut Webseite der Gemeinde hat Karow 821
wahlberechtigte Einwohner. Der Länge der Bahnsteige nach zu urteilen
muss hier mehr gefahren sein als Nah- oder Regionalverkehr. Irgendwann
in grauer Vorzeit muss Karow auch als Umsteigebahnhof eine überragende
Bedeutung gehabt haben; man kann das kaum glauben wenn man sich ansieht
wohin/woher die sich dort treffenden Bahnstrecken führen. Ausser dem
Aushang der ODEG scheint Station&Service an den Bahnanlagen seit der
Bahnreform offenkundig nichts gemacht/investiert zu haben, sieht man
einmal von der Sperrung der Bahnsteigeuberführung ab. Einerseits ein
bedrückend trostloser Anblick, andererseits eine echte Filmkulisse 8-(.
Leider blieb keine Zeit für einen Stellwerksbesuch, da der Zug der
PEG bereits einlief. Die PEG hat ab 1.1.2004 die Strecke
Karow-Meyenburg-Pritzwalk von DB-Netz als Infrastrukturbetreiber
übernommen. Bestellten Nahverkehr gibt es zwischen Karow und Meyenburg
aber mittlerweile nicht mehr. Vermutlich hat es mit den unterschiedlichen
Länderzuständigkeiten/Bestellern zu tun (Mecklenburg und
Brandburg), dass hier kein Verkehr mehr bestellt ist. Auch wenn der
Verkehrsbedarf von Karow nach Süden marginal sein dürfte, so ist
die Durchbindung Berlin/Neustadt-Pritzwalk-Meyenburg-Karow zumindest
auf den ersten Blick als Lückenschluss nicht ganz unsinnig. Als EIU
bietet die PEG diesen Sommer jeweils Samstags/Sonntags noch bis zum
8. August einzelne Verlängerungen ihrer Züge von Neustadt/Meyenburg
weiter bei Karow an. Die eingesetzten Stadler-VT650 überbrücken so
offenbar Wartezeiten in Meyenburg, so dass sich die Kosten für dieses
Angebot in Grenzen halten. Ob dieses Angebot nach dem 8. August noch
einmal wiederholt oder weitergeführt wird ist unbekannt - ausser uns
fuhr an diesem Tag nur eine Dame zu einer Kur in Plau am See.
Karow:
Die PEG Strecke von Karow nach Meyenburg ist in recht unterschiedlichem
Zustand. Teilweise wurde auf bis zu 20km/h heruntergebremst
(wohl auch wg. fehlender Sicht an Bahnübergängen), dann ging es
wieder mit 60km/h weiter. Ausser wenigen einzelnen Häusern deutete
nicht viel auf menschliche Besiedlung hin, bis auf Plau am See
natürlich. Wie schon auf der vorherigen ODEG-Strecke war auch der
Bf. Plau besetzt (nur für die Ausflugsfahrten), das Bahnhofsgebäude
selbst war offenbar bereits an Dritte verkauft worden (die übliche
Bf-Ruine wie auf ganzen der Tour). Als nächstes Halt in Meyenburg,
auch hier das Bf-Gebäude ein Fall für das Ordnungsamt. Der Stadler
VT650 hatte hier etwas Aufenthalt bevor er weiter nach Pritzwalk und
dann Neustadt(Dosse) fuhr. Gelegenheit für eine Raucherpause und
einen Blick auf die dort abgestellten PEG-Fahrzeuge - u.a. drei alte
Bundesbahn-Dieselloks welche letztes Jahr aus Griechenland von der
PEG zurückgekauft wurden, und der bekannte Lufthansa-Express. Dieser
allerdings in einem schier unbeschreiblichen Zustand, vermutlich wird
das Abstellgleis in Meyenburg zumindest auf der Schiene nicht wieder
verlassen werden (können). Zusammen mit dem leerstehenden/verfallenden
Bahnhofsgebäude ein ziemlich tristes Ambiente. Das wird auch
unterstrichen durch das weitgehende Fehlen (bis auf ganz kleine
Wartehäuschen) jeglicher Modernisierung etwa der Bahnsteige oder der
Bahnhofsbereiche (Bahnsteige, Automaten, P+R, was man heutzutage andernorts
halt macht auch um das bahnfahren attraktiver zu gestalten). Das
gilt so im Grunde für die gesamte weitere Strecke (also von Karow
bis Neustadt(Dosse) - letzteres modernisiert an der Hauptstrecke von
Berlin nach Hamburg. Sogar die direkten Bahnhofsumgebungen machen
fast überall einen verfallenden bis trostlosen Eindruck, vermutlich
einfach weil direkt in Bahnhofsumgebung besonders viele eingestellte
Betriebe angesiedelt waren.
Meyenburg:
Spätestens südlich von Karow beginnt Preussen, zumindest für das
ungeübte norddeutsche Gehör: Ab hier wird irgendwie hörbar
berlinert, wir hatten Mecklenburg eindeutig verlassen. Unterwegs konnte
man übrigens an zwei Stellen eventuelle Hinweise für die überall
doch so grosszügig dimensionierten Gleisanlagen erkennen, und zwar
abgehende Gleise in nahegelegene Militäreinrichtungen. Auf einem
Bahnhofsgleis an der Strecke stand sogar noch ein abgestellter
Tankwagen mit kyrillischer Beschriftung. Spätestens da wurde uns Fisch-
köppen deutlich, dass wir irgendwie ins Ausland geraten waren ;).
In gemächlicher Fahrt ging es über Pritzwalk weiter bis nach
Neustadt(Dosse), wo die PEG-Fahrt an der Hauptstrecke Berlin-Hamburg
endet. Trotz der langen Fahrt insgesamt dank der ab Hagenow-Land
ausschliesslich gefahrenen Stadler-VT650 ganz bequem und dank der
betulichen Geschwindigkeiten viel gesehen. In Neustadt liess sich
im Bahnhof leider keine Möglichkeit zur Auffrischung von
Reiseproviant finden, immerhin befindet sich an der Bahnhofsstrasse
eine Tankstelle. Diese Tankstelle findet sich lustigerweise auch
auf einer Webseite mit historischen Bildern von Neustadt(Dosse),
besonders viel los war dort offenbar auch früher nicht:
http://www.neustadt-dosse.de/verwaltung/stadt/foto/ausstellung.htm
Neustadt (Dosse):
Von Neustadt(Dosse) ging es dann Richtung Norden mit DoStos nach
Wittenberge. Ist auch hier die unterschiedliche Länderzuständigkeit
die Ursache, dass Regionalverkehr nur bis Wittenberge und
dann erst wieder ab Ludwigslust ist ? Wittenberge heisst zwar so,
aber selbst Andeutungen von Bergen konnten weit und breit nicht
gesichtet werden. Die Bahnsteige sind wie in Neustadt modernisiert
worden - kommt man allerdings aus der Bahnunterführung die Treppen
herauf in Erwartung zum Bahnhofsgebäude zu kommen wird man
überrascht: Man steht direkt vor einer Fläche von DB-Schotterwüste.
Die gesamte Fläche auf der westlichen Seite des Bahnhofsgebäudes
ist heute stillgelegtes Brachland_mit_Gleisen. Auch der von seiner
Grösse her imposante Bahnhof Wittenberge steht heute leer (zum
Glück gabs noch einen kleinen Imbiss und den nötigen Kaffee).
Weitgehend ausser Betrieb scheinen auch die BW-Anlagen auf der
östlichen Bahnhofseite. Zu sehen gibt es dort übrigens einen
recht bunt zusammengestellten Hilfszug, bestehend u.a. aus einem
Sanitätswagen, Löschmittelwagen und anderen mehr, alles keine
sehr geläufigen Wagen. In dieser Wüstenei (das sieht für einen
Fremden wirklich ziemlich abschreckend aus das gesamte Ensamble,
einmal abgesehen von den Bahnsteiganlagen selbst) musste länger
ausgeharrt werden, der Zug nach Salzwedel fuhr erst eine dreiviertel
Stunde später. Von Wittenberge verkehren neben Zügen auf der
Hauptstrecke Hamburg-Berlin noch Regionalbahnen nach Magdeburg und
die von uns auserkorene Bahn nach Salzwedel. Salzwedel einmal, weil
der Weg über Salzwedel-Uelzen nach Hamburg günstiger erschien und
zum anderen, weil Salzwedel zumindest auf älteren Bahnkarten als
wichtiger Bahnknoten erschien (was aber wie sich zeigte schon lange
her sein muss). Gefahren wird Wittenberge-Salzwedel von der DB mit
einem VT642. Kurz nach dem Bahnhof wird die Elbe überquert und dann
von der Hauptstrecke Wittenberge-Stendal nach Westen abgebogen.
Wittenberge:
Die Strecke Wittenberge-Salzwedel unterbot alles, was wir heute an
Bahnstrecken erlebt hatten. Die Geschwindigkeit lag zwischen 20km/h
und maximal 60km/h, die Gleisverwerfungen waren manchmal sehr
deutlich zu spüren. Auch hier gab es ausser uns nur noch keine Handvoll
Fahrgäste. Diese Strecke macht den Eindruck als wenn man sie auf
ihre alten Tage halt abfährt - solange bis irgendwelche Investitionen
anstehen. Es geht relativ schnurstracks durch die flache Altmark,
vorbei an den wenigen dort erkennbaren Siedlungen durch viele grosse
Ackerflächen und gelegentlichen Kiefernwald. Auffallend sind
die einheitlichen hohen Bahnhofsgebäude an der Strecke, welche heute
allerdings grossenteils leerstehen bzw. dem Verfall überlassen sind.
Mit Ausnahme von Arendsee (Kreuzungsmöglichkeit) sind alle Bahnhofsgleise
vermutlich schon vor längerer Zeit abgebaut worden. Der
geringen Siedlungsdichte entsprechend sind fast alle Halte sog.
Bedarfshalte, der Zug hält wie ein Bus nur wenn man vorher den
Halteknopf betätigt. Sehr sinnvoll - zumal es schwer fällt sich
vorzustellen, dass an den (auch hier nie renovierten) Bahnsteigen
bwz. Haltepunkten jemand aussteigen wollte. Nach etwa einer Stunde
Fahrt (oder sollte man sagen Schiffsschaukel..) wurde dann Salzwedel
erreicht. Die Strecke Stendal-Salzwedel-Uelzen wurde durchgehend
modernisiert, vermutlich deshalb ist von den einst umfangreichen
Gleisanlagen in Salzwedel nicht mehr viel zu sehen (!?). Bei der
Einfahrt in Salzwedel waren nur die Anlagen einer Museumsbahn zu
erkennen, vermutlich Reste der Bahnanlagen (Lüchow, Diesdorf und
Wolfsburg).
Wittenberge-Salzwedel:
Von Salzwedel aus ging es dann umgehend mit RB37070 weiter nach
Uelzen. Während der Fahrkomfort in den ETs ganz gut ist (zumal
wenn man an die Schaukelei vorher denkt und auch berücksichtigt,
dass die Strecke Salzwedel-Uelzen quasi neugebaut wurde) so erreicht
der Sitzkomfort kaum 50% von dem in den Stadler-VTs - und die Klimaanlage
schepperte etwas nervtötend während der ganzen Fahrt unüberhörbar
einer Wartung entgegen. Auch Uelzen wurde wie alle Stationen
vorher pünktlich erreicht - im Hundertwasser Bahnhof gab es dann
wieder eine Gelegenheit für eine ordentliche Kaffeepause. Der
Bahnhof hat schon was.
Mit dem ME82132 (metronom) ging es dann unspektakulär in üblichen
Niedersachsen DoStos nach Hamburg-Hbf. Die Bahnsteigansage wie fast
immer unverstehbar wurde die grosse Abfahrtstafel nach dem nächsten
Zug Richtung Norden untersucht - die Angaben ergaben aber keinen
rechten Sinn (Ansage beachten). Die Ansagen waren aber durchweg nicht
zu verstehen und so wurde der Service-Point belagert. Wirklich belagert,
denn wir waren nicht die einzigen die ihren Zug auf dem üblichen Bahnsteig
nicht sahen. Das sichtlich gestresste Punkt-Personal gab dann
etwas bekannt wie dass heute abend keine Züge von Hbf aus nach Norden
mehr führen und man bitte nach Altona fahren solle. Keine Hilfe für
Fremde wie man die passende S-Bahn findet, keine ordentliche Anzeige,
keine verstehbaren Lautsprecherdurchsagen - insgesamt bestenfalls
Schulnote 5. Mit einigen Fremden im Gepäck zogen wir dann zur S-Bahn
um nach Altona zu fahren. An sich alles kein Problem, wenn nur die
Information etwas professioneller gemacht worden wäre - bis hin zu
der nicht beantworteten Frage wann denn die in Hbf gestrichenen Züge
in Altona abfahren würden. Man denkt daran, dass die LVS-SH der DB
die Zahlungen wegen Verspätungen gekürzt hat - man sollte einmal
Zahlungen kürzen wegen der schlechten Leistung bei der Betreuung
von Bahnkunden im Hbf in solchen Situationen 8-(. Wie auch immer,
nach kurzer S-Bahn-Fahrt erreichten wir mit dem Tross Altona - wo
wir dann feststellten, dass gleich zwei Züge von RBSH nach Westerland
bzw. Husum und einer nach Kiel mit ausreichend Zeit bis zur
Abfahrt warteten. In sehr gut gefüllten Umbau-Silberlingen ging
dann der kleine SWT-Ausflug ins Reich der Prignitzer Eisenbahn zu
Ende.
Informationen über diesen Sonder- bzw. wie die PEG es nennt 'Ausflugsverkehr'
zwischen Karow und Meyenburg findet sich auf der Webseite der
PEG unter diesem Link:
http://www.prignitzer-eisenbahn.de/aktuell/ausflugsverk_2004.html
Der Artikel wurde geposted in der Newsgroup 'de.etc.bahn.misc'.
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