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Historische Übersicht Neumünster-Oldesloe

Die Eisenbahnstrecke Neumünster-Oldesloe wurde erbaut von der Altona-Kieler Eisenbahn Gesellschaft und am 10.12.1875 eröffnet. Die Bahnstrecke wurde 1884 verstaatlicht und diente aus militärpolitischen Gründen auch als direkte Verbindung Berlin-(OD-NMS)-Kiel in Verbindung über Hagenow-Zarrentin-Ratzeburg-Oldesloe sowie als Nebenbahn Schwarzenbek-Oldesloe, welche jeweils in die Hauptbahn Hamburg-Berlin mündeten. Die Bahnstrecke wurde 1907 zweigleisig ausgebaut. Mit der Stillegung der Bahnstrecken Oldesloe-Schwarzenbek und Oldesloe-Hagenow nach dem Krieg verlor die Bahn auch ihren Charakter als überregionale Verkehrsachse und wurde in den Jahren 1954-55 zurückgebaut. Noch heute sind die Folgen an manchen Bahnhöfen anhand der eigenwillig anmutenden Gleislagen zu erkennen, welche den einstmals zweigleisigen Betrieb noch erahnen lassen.

1936 wurde die Stichbahn Fahrenkrug-Wahlstedt zu einer damals im Zuge der nationalsozialistischen Aufrüstung neu erbauten Muntionsfabrik in Wahlstedt eröffnet. Diese Stichstrecke wurde nach dem Krieg von der Stadt Wahlstedt übernommen und ist seitdem Anschlussgleis für die örtliche Industrie in Wahlstedt. Wichtigster bzw. einziger Bahnkunde dort ist heute die Glashütte Wahlstedt.

In den 70'er und frühen 80'er Jahren fuhren einzelne Eilzüge Flensburg-Neumünster-Hamburg über diese Strecke (statt über Neumünster-Elmshorn-Altona ging es über Bad Oldesloe nach Hamburg Hbf), im Nahverkehr kamen Akkutriebwagen zum Einsatz. An Sonntagen ruhte zuletzt der Verkehr zwischen Neumünster und Bad Segeberg und wurde mit Bussen der Autokraft als Schienenersatzverkehr abgewickelt. Am 29.9.1984 wurde der Streckenabschnitt zwischen Neumünster-Segeberg von der DB stillgelegt, während der Streckenabschnitt Segeberg-Oldesloe im Personenverkehr weiterbetrieben wurde, wenn auch Stillegungsgerüchte auch für diesen Streckenast nicht abklingen wollten - erkennbare Investitionen in die Reststrecke fanden nicht statt. Wie bei der Bahnstrecke Neumünster-Ascheberg gelang es nicht, ausreichend Interesse an einem Weiterbetrieb bei den Beteiligten zu wecken (Stichwort Holsteinische Eisenbahn). Dass die Strecke zwischen Neumünster und Bad Segeberg nicht demontiert wurde hatte seinen Grund darin, dass die Bundeswehr diese für Militärtransporte (zentrale Truppenstandorte in und um Neumünster, Aufmarschgebiete in Richtung Osten) weiter vorhalten lassen wollte. Aufgrund fehlender Investitionen und mangels Verkehr verkam dieser Streckenabschnitt jedoch zusehends und wurde später gesperrt (Abzug der Bundeswehr aus Neumünster, veränderte militärische Anforderungen).

Ab 1999 wird die Bedienung der Gütertarifpunkte Fahrenkrug und Bad Segeberg von der AKN im Auftrag der DB durchgeführt. 2002 stellt die DB im Zuge von Mora-C den Güterverkehr ganz ein, seitdem wird die Glashütte in Wahlstedt noch durch die Westfälische Almetalbahn mit Ganzzügen bedient, Bad Segeberg wurde zeitweise von HanseRail mit einzelnen Güterwagen angefahren.

Das Land Schleswig-Holstein beschliesst nach Untersuchungen über das Potential der Verbindung Neumünster-Segeberg-Oldesloe die Re-Aktivierung der Gesamtstrecke und vereinbart mit DB-Netz einen Betrieb für mindestens 10 Jahre, woraufhin DB-Netz die Re-Aktivierung der Strecke zwischen Neumünster und Bad Segeberg angeht. Die Ausschreibung des Fahrbetriebs gewinnt 2000 die Nordbahn, eine für diesen Zweck gegründete Gesellschaft mit der AKN und der Hamburger Hochbahn als Gesellschaftern. Die Nordbahn errichtet in Neumünster-Süd Ihre Betriebswerkstatt. Nach dem Neubau zahlreicher Haltestellen auch unter finanzieller Beteiligung der Kommunen erfolgt im 15. Dezember 2002 mit einigen Schwierigkeiten (Störungen in Neumünster-Süd) die Wiedereröffnung der durchgehenden Bahnverbindung Neumünster-Segeberg-Oldesloe. Seitdem wird die Bahnstrecke durchgehend im Stundentakt bedient und ist im SH-Tarif sowie im südlichen Streckenabschnitt auch im HVV-Tarif befahrbar und in die Bahnknotenpunkte Neumünster und Bad Oldesloe eingebunden. Das ursprünglich errechnete Fahrgastpotential von 1200 Fahrgästen wurde mit tatsächlich erreichten täglich 2000 Fahrgästen deutlich übertroffen. Die neu erbauten Haltepunkte Rickling (330 Fahrgäste), Wahlstedt (300 Fahrgäste) und Fahrenkrug (120 Fahrgäste) wirkten sich besonders positiv aus.

Die Kapazität der Bahnstrecke lässt wegen der einzigen Kreuzungsmöglichkeit in Bad Segeberg keinen dichteren Verkehr als den derzeit gebotenen Stundentakt zu. Die DB erwägt allerdings in ihren längerfristigen Planungen, die Bahnstrecke Oldesloe-Neumünster insbesondere zur Entlastung ihrer stark überlasteten Hauptstrecke Hamburg-Elmshorn-Neumünster für den Güterverkehr zu nutzen und zweigleisig elektrifiziert auszubauen. Bislang sind diese Planungen jedoch noch nicht konkretisiert.


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