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Historische Übersicht Neumünster-Heide-Büsum

Die Bahnstrecke Neumünster-Heide-Karolinenkoog wurde von der Westholsteinischen Eisenbahn Gesellschaft am 22.8.1877 eröffnet. Die Bahn verläuft in direkter Ost-West-Richtung und erschliesst kleinere Orte und Unterzentren in der Relation. Während die grösseren Orte relativ zentral angefahren werden, werden kleine Ortschaften oft eher peripher erreicht. Ende der Bahnstrecke war ursprünglich Karolinenkoog nordwestlich von Heide an der Eider. Hier bestand ein Fähranschluss nach Tönning (Eiderstedt).

Von Weddinghusen aus (Haltepunkt nördlich von Heide) wurde am 1.11.1878 eine Stichbahn nach Wesselburen eröffnet, erbaut und betrieben von der Wesselburen-Heider Eisenbahn Gesellschaft. Am 1.11.1883 folgte die Verlängerung dieser Stichbahn nach Büsum. Sowohl die Westholsteinische Eisbahn Neumünster-Karolinenkoog wie die Eisenbahn Heide-Büsum wurden bereits am 9.5.1890 verstaatlicht.

Die heute als 'Marschbahn' bekannte Westküstenbahn bestand damals noch nicht und ersetzte später durch eine neue Trassenführung über Lunden Friedrichstadt Husum das Ende der Trasse zwischen Weddinghusen und Karolinenkoog. Seit dem Bau der 'Marschbahn' quert die Bahnstrecke diese kreuzungsfrei nach der nördlichen Ausfahrt aus Heide Bf bei Weddinghusen.

Die Bahnstrecke verläuft im mittelholsteinischen Teil durch die zum Teil reizvolle holsteinische Hügellandschaft, während hinter Albersdorf in Dithmarschen flaches Marschland durchquert wird. Die Zahl der Kunstbauten entlang dieser Strecke ist somit entsprechend gering. Einzige Ausnahme ist die beeindruckende Querung des Nord-Ostsee-Kanals. Der Kanal wurde nach dieser Bahnstrecke gebaut, so dass dessen Querung im Aufgabenbereich der Wasser- und Schiffahrtsdirektion liegt. Die Querung fand ursprünglich auf einer kombinierten Schiene-Strasse-Brücke (einspurig auch die Strasse, in welcher die Schienen eingelassen waren) statt. Diese Brücke war in den 80'er Jahren stark gefährdet durch Senkungen der Brückenden, die Geschwindigkeit auf der Brücke musste bis auf 10 km/h reduziert werden. Ende der 80'er Jahre erfolgte dann ein Neubau dieser Brücke, welche heute sowohl die Bahn wie auch die zweispurige Bundesstrasse trägt.

Bis in die 90'er Jahre betrug die Höchstgeschwindigkeit mit wenigen Ausnahmen 60 km/h. Die Bundesbahn hatte über Jahrzehnte Investitionen unterlassen, so dass die Bahnstrecke geradezu einem technischen Muesum glich. Die Folge waren sehr hohe Betriebskosten vor allem durch den sehr personalintensiven Betrieb, als dessen Folge zunächst eine Wochenendruhe von Samstag-Nachmittag bis Sonntag eingeführt wurde. Der Personenverkehr wurde mit alten Schienenbussen durchgeführt. Bemühungen der Bahn um eine Einstellung des Personenverkehrs scheiterten jedoch zunächst an den ungenügenden Strassenverhältnissen entlang der Bahnrelation, welche einen Busersatzverkehr nur sehr schwer möglich erschienen liess. Die Bundesbahn gab dem Land Schleswig-Holstein zunächst eine weitere 5-jährige Bestandszusage, was diese Bahnstrecke möglicherweise rettete. Nach der Bahnreform bestellte das Land Schleswig-Holstein den Verkehr auf dieser Strecke und vereinbarte mit der DB eine umfangreiche Modernisierung, welche teilweise von der AKN mit durchgeführt wurde. Nach Abschluss der Arbeiten ist die Bahnstrecke heute durchgehend automatisiert, die vielen handbedienten Bahnschranken wurden automatisiert und die Bahnhöfe und Haltepunkte seitdem ohne Personal betrieben. Die Höchstgeschwindigkeit wurde von 60 km/h auf 80 km/h heraufgesetzt. Diese Modernisierungsinvestition sicherte den Betrieb der Bahnstrecke. Alle Haltestellen sind mit modernen Hochbahnsteigen versehen. Die DB beauftragte 2000 zunächst die AKN mit dem Fahrbetrieb auf dieser Strecke. Nach einer Ausschreibung durch das Land Schleswig-Holstein erhielt die Schleswig-Holstein-Bahn (SHB) den Zuschlag, eine Tochtergesellschaft der AKN. Die Schleswig-Holstein-Bahn führt den Persoenenverkehr seit dem 14.12.2003 mit modernen Triebwagen durch. Der stündliche bis zweistündliche Betrieb ist in die Taktknoten Neumünster und Heide eingebunden (Integraler Takt Fahrplan in Schleswig-Holstein).

Im Güterverkehr waren zuletzt noch die Bundeswehr (Albersdorf) sowie einige Firmen in Hohenwestedt von Bedeutung - hier vor allem die bekannte Firma Lego mit einem eigenen Werksbahnanschluss in Hohenwestedt. Seit Mora-C ist die DB in Schleswig-Holstein im Güterverkehr kaum noch präsent. Zuletzt nutzten die NVAG die Bahnstrecke als Transitverbindung von Niebüll über Heide nach Neumünster als auf der West-Ost-Bahn bei Jübeck/Schleswig wegen Bauarbeiten Streckenengpässe bestanden, wo sie 2002 einen eigenen Güterumschlag in Betrieb nahm. Diese Verkehre sind jedoch bereits wieder Episode (Insolvenz der NVAG Mitte 2003 bzw. Beendigung der Baustelle bei Schleswig). Im westlichen Streckenabschnitt Heide-Büsum fand bereits in den 90'er Jahren kein Güterverkehr mehr statt; in Büsum liegen jedoch noch Anschlussgleise in ein Gewerbegebiet am Hafen.


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