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Historische Übersicht Malente-Lütjenburg

Die Bahnstrecke zwischen Malente-Gremsmühlen und Lütjenburg band Lütjenburg über die ehemalige Staatsbahn Neumünster-Ascheberg-Eutin-Neustadt in Malente an das Bahnnetz an. Diese Stichbahn wurde trotz der überschaubaren Länge über einen Zeitraum von zwei Jahren zwischen 1890 und 1892 Station für Station von Malente-Gremsmühlen ausgehend erstellt und in Betrieb genommen. Der Bau kostete damals 750.000 Mark. Die Bahnstrecke hat eine Gesamtlänge von 17,25 Kilometern. In den Jahren zwischen 1910 und 1938 war Lütjenburg auch Endpunkt der Kleinbahn Lütjenburg-Preetz. Ursprüngliche Überlegungen für eine Bahnstrecke von Lütjenburg aus über Schönberg nach Kiel wurden nicht realisiert - die Bahnstrecke von Kiel nach Schönberg blieb ebenso eine Stichbahn wie die Bahnstrecke von Malente nach Lütjenburg. In Malente führt die Bahn in südlicher Richtung (Eutin/Lübeck) in den Bahnhof an einem eigenen Bahnsteig ein.

Der lokale/regionale Personenverkehr war immer relativ gering. Seit 1954 bis zur Einstellung des Personenverkehrs wurden auf dieser Strecke die sog. Schienenbusse eingesetzt. Anfang der 50'er Jahre bekam die Bahnstrecke eine neue Bedeutung durch Militärtransporte für die Alliierten Streitkräfte, später für die Bundeswehr in Lütjenburg. Ab 1962 wurde die Bahnstrecke sogar mit NATO Geldern modernisiert um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden - Züge mit bis zu 1400 Tonnen. Die Strecke wurde durchgängig mit neuen geschweissten Gleisen versehen, der Oberbau geschottert und ein Brückenbauwerk befestigt. Ausserdem erhielt Lütjenburg hierbei drei Kopf- und zwei Seitenrampen.

Der Personenverkehr nach Lütjenburg wurde am 30.5.1976 eingestellt. Wegen militärischer Transporte (Bundeswehr in Lütjenburg) gab es noch bis in die 90'er Jahre hinein gelegentlichen Güterverkehr; dieser wurde im Zuge der dann 1995 ebenfalls eingestellt. Die endgültige Betriebseinstellung der Bahnstrecke erfolgte zum 1. November 1996. Ab 1997 führte die DBAG Nostalgiezüge (Hein Lüttenborg) auf der Strecke durch, wobei mit einer Ausnahmegenehmigung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) gefahren wurde. Obwohl eine Streckenuntersuchung im Jahre 2000 den damals grundsätzlichen guten technischen Zustand ergab blieben Verhandlungen über einen Verkauf der Bahnstrecke durch die DBAG anschliessend ebenso erfolglos wie Verhandlungen über eine Teilkostenübernahme durch die Anliegergmeinden oder die betroffenen Landkreise für den Betriebserhalt. Mittlerweile findet auch der Museums-/Nostalgiebahnverkehr nicht mehr statt, der Bahnbetrieb wurde zum 1.1.2001 vollständig eingestellt.

Die Bahnstrecke verläuft weitgehend abseits der ohnehin nicht zahlreichen Orte (bzw. Dörfer) durch eine ausgesprochen reizvolle Landschaft. Diese Strecke dürfte eine der von seiner Umgebung (Blick aus dem fahrenden Zug ;-) schönsten in Schleswig-Holstein sein. Leider scheinen die Tage dieser Bahnstrecke gezählt zu sein: Das Fahrgastpotential ist für den Personenverkehr zu gering (auch weil die Verkehrsnachfrage eher von Lütjenburg aus in Richtung Kiel geht) und Güterverkehr findet ebenfalls nicht mehr statt. Nachdem eine zeitlang noch gelegentliche Museumsbahnfahrten stattfanden ist die Strecke inzwichen vollständig betrieblich stillgelegt. Grund hierfür ist auch die fehlende Unterstützung durch die Gemeinde Malente. Im Zuge von ESTW-Ausbaumassnahmen will DB-Netz die Anschlussweiche im Bf Malente zum Gleis nach Lütjenburg entfernen. Ein ESTW-Anschlussgleis verursacht Kosten von 150.000 EUR. Obwohl das Land Schleswig-Holstein einen Zuschuss von 100.000 EUR hierfür bewilligt hat und auch der Kreis Plön sowie Lütjenburg eine Bezuschussung beschlossen haben, fehlen noch 25.000 EUR für dieses Anschlussgleis. Ohne dieses Anschlussgleis ist kein Verkehr auf der Bahnstrecke nach Lütjenburg mehr möglich. Da die Gemeinde Malente sich an den Kosten nicht beteiligen will ist somit der Erhalt der Strecke insgesamt in Frage gestellt. Im Zuge des Anschlusses des Bf Malente an das EStW in Lübeck (Juli 2004) wird die Anschlussweiche in Malente zur Bahnstrecke nach Lütjenburg ausgebaut. Der Bau einer EStW-eingebundenen Anschlussweiche ist somit auf absehbare Zukunft nicht mehr wahrscheinlich, zumal auch der Kreis Plön seine Zusage über einen Kostenzuschuss mittlerweile zurückgezogen hat. Die Holzschwellen zeigen infolge von Alter und fehlender Unterhaltung mittlerweile ebenfalls zunehmend Zerfallserscheinungen, obwohl die Strecke selbst offenbar noch in einem befahrbaren Zustand ist. Eisenbahnfreunden sei eine Rad- oder Fuss-Wanderung entlang dieser Strecke empfohlen - auch wegen der schönen landschaftlichen Eindrücke.


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