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Historische Übersicht Husum - Jübek
Die heutige Bahnstrecke Husum-Jübek ist historisch gesehen eine
Zusammenlegung von zwei verschiedenen Bahnstrecken. Im Oktober 1854
wurde die Bahnstrecke Flensburg-Husum-Tönning (Flensburg-Husum-Tönninger
Eisenbahngesellschaft) eröffnet. Der Streckenteil von Husum bis
Oster-Ohrstedt liegt auf dieser Bahnstrecke. Einen Monat später
wurde der Anschluss von Rendsburg nach Oster-Ohrstedt durch die
Schleswigsche Eisenbahn eröffnet. Zu dieser Zeit gab es die heutige
direkte Hauptbahn Flensburg-Schleswig-Rendsburg noch nicht - der
Verkehrsbedarf ging damals vom (dänischen) Flensburg zum (dänischen)
Hafen Tönning südlich von Husum; die Bahnstrecke diente vor allem
dem Viehexport von Schleswig/Jütland aus nach England. Erst später
bildeten sich andere Verkehrsbedürfnisse heraus (Hamburg-Flensburg).
Dieses führte zu einer Umtrassierung - die Bahnstrecke Flensburg-Husum
wurde ab Eggebek in Richtung Jübek-Schleswig-Rendsburg verschwenkt.
Die Bahnstrecke (Rendsburg)-Owschlag-OsterOhrstedt wurde von
Oster-Ohrstedt aus nach Jübek mit dortigem Anschluss an die
Strecke Flensburg-Rendsburg verlegt. Diese Verlegungen wurden
zum Jahresende 1869 abgeschlossen. 1884 schliesslich wurde die
Flensburg-Husum-Tönningstedter Eisenbahn organisatorisch in die
Schleswiger Eisenbahn überführt, welche im kurz darauf verstaatlicht
wurde.
Die Bahnstrecke Husum-Jübek gehört seitdem zu den untergeordneten
Bahnstrecken mit Ost-West-Verbindungen in Schleswig-Holstein. Mit
dem Bau einer direkten Bahnstrecke von Husum über Erfde
nach Rendsburg 1910 war die Verkehrsrelation Husum-Kiel von der Bahnstrecke
Husum-Jübek entzogen. 1926 wurde noch eine direkte Bahnverbindung
von Husum über Löwenstedt nach Flensburg gebaut, so dass nur noch
der geringe Verkehr Husum-Jübek-Schleswig im Nahverkehr übrig blieb.
Dieses änderte sich zunächst etwas mit der Stillegung der Bahnstrecke
Husum-Löwenstedt-Flensburg 1959 - der Bahnverkehr zwischen Husum
und Flensburg verlief nun wieder über die Bahnstrecke Husum-Jübek
(mit Umsteigen in Jübek). 1974 wurde auch die Bahnstrecke
Husum-Rendsburg stillgelegt - seitdem findet der Personenverkehr
zwischen Husum und Kiel wieder auf der Husum-Jübeker Bahnstrecke
statt. Die Zahl der Züge war jedoch immer recht bescheiden, im
wesentlichen wurde Nahverkehr zwischen Husum und Schleswig erbracht;
die wenigen durchgehenden Züge Kiel/Lübeck - Westerland fuhren bis
über die Strecke Kiel-Flensburg-Niebüll. Seit 1981 die Bahnstrecke
Flensburg-Niebüll für den Personenverkehr stillgelegt wurde verkehrten
durchgehende Züge von Lübeck/Kiel nach Westerland dann wieder über
die Verbindungsbahn Husum-Jübek. Heute ist die Husum-Jübek neben
Neumünster-Heide die einzige verbliebene reine Ost-West-Verbindung
in Schleswig-Holstein.
Im Jahr 1987 wurde auf der Relation Husum - Jübek - Schleswig -
Rendsburg - Kiel die damals so genannte Regionalschnellbahn mit
Taktverkehr im angenäherten Stundentakt und neuen Dieseltriebwagen (648) eingeführt,
welche die bis dahin üblichen Umbauwagen bzw. Schienenbusse ersetzten.
Gleichzeitig wurden alle Halte zwischen Husum und Jübek aufgelassen.
Von den ehemaligen Bahnhöfen und Haltestellen (Sollbrück, Ahrensviöl,
Oster-Ohrstedt, Wester-Ohrstedt, Schwensing) ist heute kaum noch etwas zu
sehen. Das Bahnhofsgebäude in Oster-Ohrstedt welches noch aus der Zeit der
Flensburg-Tönningstedter Eisenbahn stammte wurde abgerissen. Nur ein
kleines Bahnhofsgebäude wurde in ein Wohnhaus umgebaut und somit erhalten.
In Oster-Ohrstedt (der betreffende Ortsteil heisst heute
'Oster-Ohrstedt-Bahnhof' im Gegensatz zum eigentlichen Oster-Ohrstedt,
welches etwas nördlicher liegt) gibt es heute noch ein Anschlussgleis
an ein Bundeswehr-Depot, welches in den letzten Jahren jedoch
nur selten genutzt wird. Ab Ende der 90er Jahre wurde die Bahnstrecke
jedoch auch von der NVAG für ihre Güterzüge Hamburg - Schleswig -
Niebüll genutzt. Die Strecke Husum-Jübek wird heute im Stundentakt
ohne Begegnung befahren, was ihre Nutzung für Güterzüge erschwert.
Der Erhalt von einzelnen Bahnhofsgleisen in Oster-Ohrstedt statt
eines reinen Anschlussgleises zum BW-Depot ermöglicht so die Lage
von einzelnen Güterzügen in Taktlücken.
Der Bahnverkehr Husum-Kiel wird nach einer Ausschreibung durch das
Land Schleswig-Holstein (LVS-SH) heute von der Nord-Ostsee-Bahn
(NOB) durchgeführt. Heute gibt es einen festen Stundentakt vom frühen
Morgen bis in den späten Abend, was eine erhebliche Verbesserung
der Bahnverbindung zwischen Kiel/Rendsburg/Schleswig und der Westküste gebracht hat.
Die Zahl der Zugverbindungen auf der Bahnstrecke Husum-Jübek war
in der Vergangenheit noch nie so hoch wie heute.
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