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Historische Übersicht Elmshorn-Westerland
Die dänische Bahnstrecke Altona-Kiel wurde am 18.9.1844
eröffnet. Von Elmshorn aus erfolgte kurz darauf durch die
Elmshorn-Glückstädter Eisenbahn der Bau einer Stichbahn nach
Glückstadt, welche am 20.7.1845 eröffnet wurde.
Erst zwölf Jahre später am 15.10.1857 wurde diese Stichbahn
nach Itzehoe verlängert, woraus sich der heute vielleicht seltsam anmutende
grosse Bogen von Elmshorn südwestlich nach Glückstadt und dann
nördlich nach Itzehoe erklärt.
Am 1.1.1879 wurde die
Elmshorn-Glückstäder Eisenbahn in die Holsteinische Marschbahn
überführt. Die Marschbahn verband Elmshorn über Glückstadt und
Itzehoe mit Heide, wo Anschluss an die Bahnstrecke Neumünster-Heide-
Karolinenkoog-(Tönningstedt) bestand. Am 1.9.1886 wurde die Marschbahn nach
Lunden und Husum verlängert, wobei die Eider
einige Kilometer östlich von Tönning überquert wurde, wodurch
die alte westholsteinische Eisenbahnstrecke von Neumünster über
Heide nach Karolinenkoog (Überfahrt nach Tönningstedt) überflüssig
wurde. Von Husum aus wurde die Marschbahn weiter Richtung Norden
ausgebaut. Am 17.10.1887 erfolgte die Eröffnung von Heide
bis Bredstedt, am 15.11.1887 der Abschnitt von Bredstedt
über Niebüll nach Hviding. Hviding wurde nach dem deutsch-dänischen
Krieg dem deutschen Staatsgebiet einverleibt und war damals
Grenzbahnhof. Am 1.1.1888 wurde die Marschbahn umbenannt
in Schleswig-Holsteinische Marschbahn, wurde jedoch bereits
kurz darauf am 1.6.1890 verstaatlicht.
Die Marschbahn führt ursprünglich auf relativ direktem Weg von
Wilster nach St. Michaelisdonn. Nach dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals
wurde dieser etwas nördlich von Brunsbüttel mit einer Drehbrücke
überquert. Diese Querung war ein Engpass und wurde durch den Bau
einer Kanalbrücke bei Hochdonn am 1.6.1920 behoben.
Beim Bau dieser gewaltigen Kanalbrücke wurde das höher aber auch
nördlicher gelegene
Geestgebiet genutzt, wodurch ein weiter Schwenk der Bahnstrecke
von Wilster über Hochdonn/Burg nach St.Michaelisdonn erforderlich
wurde. Dieser spätere Brückenbau erklärt - nach den historischen
Entwicklung bei Glückstadt mit dem dortigen Schlenker - die
ungewöhnlich 'kurven'-reiche Streckenführung der Marschbahn im
Holsteiner Gebiet. Zwischen Wilster-Brunsbüttel und
Michaelisdonn-Brunsbüttel blieb der Gleiskörper bestehen und
wurde jeweils nach Brunsbüttel hinein verlängert. Heute dienen
beide Streckenteile noch dem Güterverkehr in die Industriegebiete
von Brunsbüttel. Der Personenverkehr auf diesen Streckenresten
wurde in den 80'er Jahren eingestellt.
Erst am 1.6.1927 wurde der heute wohl bekannteste
Streckenabschnitt der Marschbahn eröffnet - der Hindenburgdamm
von Niebüll durch das Watt nach Westerland/Sylt.
Die Marschbahn ist eine zweigleisige Hauptbahn. Eingleisige Abschnitte
gibt es im Bereich der Eiderbrücke, zwischen Hattstedt und Bredstedt,
Niebüll und Klanxbüll sowie zwischen Morsum und Westerland. Ein Ausbau
zwischen Niebüll und Klanxbüll ist ab 2007/2008 vorgesehen. Die
eingleisigen Streckenabschnitte im nördlichen Bereich der Marschbahn
sind eine wichtige Ursache für die teilweise Überlastung der Marschbahn
vor allem im Westerland Verkehr (zusätzliche Personen- und Autozüge
zwischen Niebüll und Westerland).
Ab 1981 wurde der nördliche Abschnitt der ursprünglichen Marschbahn
zwischen Niebüll (D) und Tondern (DK) von der damaligen Deutschen Bundesbahn
nicht mehr im Personenverkehr bedient. Die Strecke blieb dennoch
aus militärstrategischen Gründen befahrbar. Im Jahr 2000 führte die
Nordfriesische Verkehrsbetriebe AG (NVAG) mit einem Triebwagen einen
Probebetrieb durch, ab 2001 wurden zwischen Niebüll und Tondern
von der NVAG in den Sommermonaten ein 2-stündiger Betrieb durchgeführt.
Das Streckenstück wurde soweit dringend erforderlich saniert und befindet -
Infrastrukturbetreiber auf deutscher Seite ist die
Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll GmbH (NEG),
welche nach der Insolvenz der NVAG deren Geschäfte übernommen hat und
welche ihrerseits diese Strecke von der Deutschen Bahn AG übernommen hatte.
Seit 2003 findet wieder ganzjähriger Personenverkehr zwischen Niebüll
und Tondern statt, durchgeführt wird dieser von der Nord-Ostsee-Bahn (NOB).
Güterverkehr findet bei Bedarf durch die NEG statt.
Im Jahr 1998 erfolgte die Elektrifizierung und
Modernisierung des südlichen zweigleisigen Streckenabschnitts der
Marschbahn zwischen Elmshorn, Glückstadt und Itzehoe. In elektrischer
Traktion wird insbesondere die Nahverkehr von Itzehoe nach Elmshorn
und Pinneberg bzw. Hamburg sowie ein Teil des Güterverkehrs gefahren.
Der weiter nach Norden (Husum Westerland) führende Verkehr findet
wegen der dort fehlenden Oberleitung dennoch weitgehend mit
Dieselloks statt.
Seit dem 11.12.2005 wird der Regionalverkehr zwischen Hamburg und Westerland
vom Land Schleswig-Holstein an die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) vergeben,
einem Veolia (früher Connex) Tochterunternehmen welches auch die die Marschbahn
kreuzenden Bahnstrecken Büsum-Heide-Neumünster, St.PeterOrding-Husum-Kiel und
Niebüll-Tondern bedient. Der Betrieb wird mit modernen und komfortablen Reisezugwagen
durchgeführt. In den ersten Monaten der Betriebsaufnahme durch die NOB kam es
allerdings zu zahlreichen Störungen und Verspätungen wegen Problemen mit den
eingesetzten neuen Dieselloks und der Steuerungselektronik; diese konnten erst
Monate nach der Inbetriebnahme behoben werden. Auf der Marschbahn werden
derzeit etwa 5 Millionen Reisende jährlich befördert.
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