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Historische Übersicht Elmshorn-Ulzburg-(Oldesloe) EBO
Das erste Teilstück der späteren Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn wurde
1896 zwischen Elmshorn und Barmstedt fertiggestellt. Die Bahnstrecke wurde
in Normalspur in Kiesbettung mit Holzschwellen für eine Höchstgeschwindigkeit
von 25 km/h erbaut. Eröffnet wurde die Bahn am 15.7.1896. Zum 1.10.1896
wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h erhöht. 1907 wurde die
Höchstgeschwindigkeit erneut auf dann 40 km/h erhöht.
Der Weiterbau von Barmstedt nach Oldesloe nach dem preussischen
Kleinbahngesetz von 1892 wurde zunächst untersagt, da sich der
preussische Staat diesen sich selbst vorbehielt. 1904 wurde
jedoch die erforderliche Konzession erteilt unter der Massgabe
einer einheitlichen Betriebsführung von Elmshorn bis Oldesloe.
Hierzu wurde die Bahngesellschaft in Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer
Eisenbahn (EBO) umgewandelt. Der Weiterbau wurde 1905 begonnen;
am 9.6.1907 wurde die verlängerte Strecke in Betrieb genommen.
Die Gesamtstrecke hat eine Länge von 52,7 km. Gemäss der
Anforderungen der Militärverwaltung an diese Bahnstrecke
wurden 7 Bahnhöfe mit je 500 Meter langen Kreuzungsgleisen
versehen und eine kreuzungsfreie Bahnanlage in Ulzburg
realisiert, um eine stündliche Zugfolge in beide Richtungen
zu ermöglichen.
Der Personenverkehr wurde in den Jahren 1933 bis 1936 auf
Diesel-Triebwagen umgestellt. Es wurden drei Leicht-Triebwagen
der Gothaer Waggonfabrik mit jeweils 40 Sitzplätzen beschafft.
Die Zahl der Personenzüge zwischen Elmshorn und Barmstedt
konnte damit von 7 auf später 22 Zugpaare erhöht werden.
Die bis dahin (wegen des geringen Zugangebotes) parallel
betriebene Omnibuslinie wurde danach eingestellt.
Ein erster vierachsiger Triebwagen wurde 1951 beschafft,
welcher mit einem selbst aufbereiteten Beiwagen verstärkt
wurde. Ein weiterer vierachsiger Triebwagen wurde 1955
beschafft. Für den Güterverkehr wurde 1954 eine 575 PS
MAK Diesellokomotive beschafft.
Die Zahl der beförderten Personen stieg von 1914 0,4 Millionen
auf 0,8 Millionen in den 30er Jahren (Triebwagen und
Angebotserweiterung) auf fast 2 Millionen 1947. Anfang
der 50er Jahre wurden 1,5 Millionen, 1960 noch 1,4 Millionen
und 1970 0,95 Millionen Personen befördert. Ein deutlicherer
Rückgang wurde vermutlich durch die Aufnahme des Streckenteils
Elmshorn-Barmstedt in den Hamburger Verkehrs Verbund (HVV)
verhindert.
Im Güterverkehr wurde die EBO auch als Transitbahn für
Züge aus dem Raum Mecklenburg/Lübeck an die schleswig-holsteinische
Westküste genutzt. Infolge der deutschen Teilung kamen diese
Transitverkehre nach dem Krieg weitgehend zum erliegen. Die
erwirtschafteten Tonnenkilometer sanken von der kriegsbedingten
Höchstleistung von 12 Millionen tkm auf 3 Millionen tkm in den
achtziger Jahren. Die (Wieder-)Öffnung der Bahnverbindung
Lübeck-Herrenburg zur DDR 1962 führte zwischenzeitlich aber
wieder zu einer Verdoppelung des Güterverkehrs. Seit 1966 nahm
der Güterverkehr dann langsam aber doch kontinuierlich wieder ab.
Da die Gewinne aus dem Güterverkehr die Verluste im
Personenverkehr ausgleichen mussten, kam die EBO auch durch diese
Entwicklung zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Sinkende Einnahmen wegen des rückläufigen Verkehrs und
erforderliche Investitionen hatten zur Folge, dass 1973
die schleswig-holsteinische Landesregierung die Stillegung
der EBO betrieb. Nach massiven Protestaktionen wurde statt
der Gesamtstillegung der EBO eine Stillegung des Streckenabschnitts
Barmstedt-Ulzburg-Oldesloe beschlossen. Der Personenverkehr auf
diesem Teilstück wurde am 29.9.1973, der Güterverkehr am
22.12.1973 eingestellt. Das kleine Teilstück Elmshorn-Barmstedt
wurde weiter im Personen- und Güterverkehr betrieben.
Da auf diesem Teilstück die grösste Personenbeförderung
stattfand hielt sich die Anzahl der beförderten Personen
in den 70er Jahren relativ konstant bei etwa 1 Millionen,
während die Güterverkehrsleistungen als Folge der
Stillegung zwischen Barmstedt und Oldesloe auf nur noch
ein Fünftel der vor der Teilstillegung erzielten Mengen
abfielen.
Eine Gesamtstillegung wurde erneut im Zuge des Baus der
Autobahn A23 erwogen, um den Bau einer Bahnbrücke über
die A23 (3 Mill. DM) einzusparen. Erneut konnten
Protestaktionen eine Stillegung verhindern, die Bahnbrücke
über die A23 wurde gebaut und der Weiterbetrieb Elmshorn-Barmstedt
damit sichergestellt. 1981 wurde die EBO zusammen mit
der ANB in die AKN überführt (Anteilseigner Land Schleswig-Holstein und
die Stadt Hamburg). Das verbliebene Teilstück der EBO
wird seitdem als A3 von der AKN betrieben. Der planmässige
Güterverkehr wurde Ende der 80er eingestellt (nur noch
Einzelverkehre bei Bedarf); auch Elmshorn wird von der
DB nicht mehr im Güterverkehr bedient. Die Schienenstrecke zwischen
Henstedt-Ulzburg und Bad-Oldesloe wurde abgebaut und in
einen Radwanderweg umgewandelt. Nur noch in Bad-Oldesloe
ist ein kleiner Rest des Gleises als Anschlussgleis in
ein Gewerbegebiet erhalten geblieben.
Seit den 60er Jahren wurden für den Personenverkehr
Uerdinger Schienenbusse eingesetzt. Die Schienenbusse
wurden in der AKN-Werkstatt in Kaltenkirchen gewartet.
Wegen des schlechten Zustandes der (stillgelegten)
Verbindung Barmstedt-Ulzburg(-Oldesloe) mussten hierfür
später (Wegfall der Werkstatt Barmstedt) weiträumige Überführungsfahrten durchgeführt
werden. Anfang der 90er ersetzte die AKN ihre auf der
AKN-Linie A1 (HH-Eidelstedt - Kaltenkirchen) eingesetzten
Triebwagen. Dabei entstand bei der AKN der Plan, die bisher dort
eingesetzten Triebwagen auf der EB(O) einzusetzen und
zugleich das stillgelegte Teilstück Barmstedt-Ulzburg
wieder für Überführungsfahrten in die Zentralwerkstatt
der AKN instandzusetzen. Das Land Schleswig-Holstein
und die Stadt Hamburg stimmten dem zu. Auf der Strecke
Barmstedt-Ulzburg wurden Oberbau und Sicherungsanlagen
umfangreich erneuert, wobei sog. Y-Stahlschwellen verbaut
wurden. Gleichzeitig wurden die Überführungsfahrten
für den Personenverkehr (im HVV) ab dem 1.6.1992 freigegeben.
Auch wenn es zunächst nur 3 Zugpaare werktags waren, so
war es die erste Wiederinbetriebnahme einer Bahnstrecke
im Personenverkehr in Schleswig-Holstein.
Die Strecke Elmshorn-Barmstedt-Ulzburg der EBO ist heute
durchgehend modernisiert und mit modernen Haltestellen
und Fahrautomaten im AKN-Look ausgestattet. Auf der
Gesamtstrecke Elmshorn-Ulzburg wird ein Stundentakt
mit Anbindung an S-Bahn und Regionalverkehr in Elmshorn und
an A1 in Henstedt-Ulzburg und an A1/A2 in Ulzburg-Süd
angeboten, welcher zwischen Elmshorn und Barmstedt wegen
des dort höheren Bedarfs bis zum angenäherten 20-Minuten-Takt verdichtet ist.
Mit Einführung des Stundentaktes auch auf dem wiedereröffneten
Streckenabschnitt Barmstedt-Ulzburg wurden in Langeln
und Alveslohe neue Haltestellen gebaut. Die gesamte Strecke
kann mit einem HVV-Fahrschein wie auch im SH-Tarif befahren
werden. Güterverkehr wird nur bei Bedarf als Wagenladungsverkehr
von Kaltenkirchen/Ulbzurg aus bis Barmstedt durch die AKN
durchgeführt. Seit November 2006 ist die gesamte Strecke in
das elektronische Stellwerk in Kaltenkirchen eingebunden.
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